Ralf Metzenmacher
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FAQ - Ralf Metzenmacher

Was für Musik hörst Du am liebsten?
Pop/Rock-Bands wie The Strokes, Pearl Jam, Maximo Park, aber auch Kira und TempEau.
Dein aktueller Lieblingstitel? Und warum?
A Lady of a Certain Age von The Divine Comedy - ein total sentimentaler Song mit einem tollen Text und der unglaublich nach Südfrankreich passenden Musik.
Interessiert Dich Mode und Fashion?
Nein, ich halte diese Dinge im Grunde genommen für unwichtig.
Aber Du machst doch Bilder, die zu einem bestimmten Lifestyle passen?
Das stimmt. Ich habe gelernt, wie man sehr erfolgreich Produkte kreiert und was diese Produkte haben müssen, um in die Welt der Kunden zu passen. Man braucht dazu die Fähigkeit, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen; und man muss sich dann in die Zielgruppe hineinversetzen. Das können die meisten Menschen nicht und schließen daher meist von sich auf andere. Das führt dazu, dass es vielleicht gut aussieht, aber nichts mit der anderen Person, die man ansprechen will, zu tun hat. Knapp daneben ist halt auch vorbei!
Wenn Du so erfolgreich Design gemacht hast, warum hast Du dann aufgehört?
Nach über 28 Kollektionen wurde es allmählich langweilig, und außerdem hasse ich die Variation der Variation. PUMA war mit seinem Erfindungsreichtum am Ende und hat dann einfach nur noch das Erfolgsrezept auf andere Sportarten übertragen und weiter ausgerollt. Es ging nur noch um Kommerz. Noch mehr Gewinn. Die Menschen spielten da praktisch gar keine Rolle mehr.
Was waren Deine erfolgreichsten Produkte bei PUMA?
Der Speed Cat und dessen Nachfolger Future Cat aus der Motorsportkollektion, die retro-inspirierten Taschenlinien und natürlich auch Fußbälle.
Rückblickend, würdest Du noch einmal zu PUMA gehen?
Ja, jederzeit. PUMA war mein Leben, und ich konnte sehr viel lernen.
Du bist beruflich viel unterwegs gewesen. Hast Du interessante Menschen auf Deinem Weg kennengelernt?
Ja, ich habe vom einfachen, sehr, sehr netten pakistanischen Reisbauern bis zum Stardesigner, Schauspieler und Milliardär viele interessante Menschen getroffen. Dabei waren immer die Einfachsten die Glücklichsten. Das viele Geld hatte keinen von denen glücklich gemacht.
Warum wohnst Du eigentlich in Bamberg?
Ich habe fast alle wichtigen Metropolen auf der Welt kennengelernt und fand sehr viele schöne und wunderbare Orte vor. Doch bei Bamberg war es Liebe auf den ersten Blick!
Gibt es ein perfektes Design?
Ja, für mich ist das der Aston Martin DB9. Der hat fantastische Proportionen. Jede Linie passt perfekt und hat nichts zu viel. Kein Flügel, keine Hutze. Eben, Rasen mit Stil.
Warum bist Du nicht zu Aston Martin gegangen?
Aston Martin ist schon bestens aufgestellt. Ich glaube, dass mein Beitrag zur Kunst eine ganz große Veränderung mit sich bringen kann. Niemand außer mir scheint die Bedeutung von Retro in der Kunst zu sehen. Es gibt in diesem Feld einfach noch zu viel zu tun; und es geht darum, vielen Menschen die Augen zu öffnen.
Hast Du Vorbilder in der Malerei?
Ja, zwei ganz großartige Maler: Francisco de Zurbarán, ein Spanier aus dem 17. Jahrhundert, und Giorgio Morandi, ein Italiener, der 1964 gestorben ist.


Warum malst Du ausgerechnet Stillleben?
Bei dem Studium der Malerei von Francisco de Zurbarán sind mir besonders die "stillen Ecken" in seinen großformatigen Bildern aufgefallen und die Ruhe des knienden Franz von Assisi in Aachen. Dieses Insichgekehrte hat mich außerordentlich fasziniert, und so bin ich nach und nach auf seine Stillleben als Besonderheit gestoßen. Diese zeigen den spanischen Blick auf die Alltäglichkeit und nicht den Prunk flämischer oder holländischer Stillleben. Das fand ich beeindruckend; und ich fragte mich, wie man die eigene Welt zeitgenössisch darstellen könnte. Das war der Ausgangspunkt meiner Diplomarbeit "Die Gegenstände kommen ins Bild".
Warum malst Du keine Personen?
Ich kann sehr gut Personen zeichnen, das kann man bei den Skizzen zum "Strand meiner Träume" erkennen; schließlich habe ich Aktzeichnen studiert. Meine Malerei ist geprägt von der Idee, dass man nur das realistisch malen soll, was man nicht sieht. Da sehen Menschen dann eher aus, als wären sie missgebildet. Doch warum sollte ich Menschen verändern? Ich möchte doch Ihr Verhalten erklären. Dazu brauche ich die Abbildung von Menschen nicht - ähnlich wie bei den Stillleben Zurbaráns.
Hörst Du beim Malen Musik?
Ja, immer! Ich finde Musik überaus inspirierend, und wenn Text und Musik zusammenkommen, findet man den perfekten Song - je nach Stimmungslage.
Woher nimmst Du Deine Inspiration?
Durch Beobachtungen und Selbsterlebtes. Mein Gedankenkoffer ist voll davon, und neue Dinge kommen schließlich auch dazu. Ich bin mir heute über mein Unterbewusstsein viel mehr im klaren als noch als junger Mensch. Zudem habe ich heute das Selbstvertrauen, auch zu meiner Sicht auf die Welt zu stehen und eventuelle Kritik auszuhalten.
Wie lange brauchst Du für ein Bild?
Ungefähr drei Monate. Meine Technik lässt ein schnelleres Arbeiten nicht zu. Allerdings male ich selbstverständlich an mehreren Bildern gleichzeitig.
Was wünschst Du Dir in der Welt der Kunst?
Offenheit statt modischem Firlefanz. Außerdem, dass die Museen gezwungen wären ohne Subventionen auszukommen. Und: Galerien mit mehr Sinn für Kunst und nicht Kommerz.
Was ist Deiner Meinung nach in der zeitgenössischen Kunst falsch gelaufen?
Ich halte Joseph Beuys für einen der am meisten missverstandenen Künstler des 20. Jahrhunderts. Er hat die Tür der Kunst für jeden Trottel aufgemacht, und nun latschen alle wirr herum und denken, sie müssten mit ihrem Mist die Welt beglücken, obwohl sie nichts zu sagen haben.
Kannst Du etwas nicht leiden?
Ja, und zwar wenn man etwas gegenständlich malt, was es in der realen Welt schon gibt. Das ist nämlich völlig sinnlos und beschäftigt nur den Maler. Der Betrachter könnte auch ein Foto anschauen, denn damit kommt die Botschaft genauso an.
Was hasst Du am meisten?
Opportunismus, Ignoranz; und dass die meisten Menschen von oben auf andere herabblicken. Und Schein statt Sein.
Du bist Anfang 40. Hast Du noch Ziele im Leben?
Natürlich, ich möchte mich nach der turbulenten und stressigen Zeit in der Industrie den wirklich wichtigen Dingen im Leben widmen. Dem Geld hinterherzujagen hat keinen Sinn, und ich hatte immer große Angst davor, ein riesiges Haus mit goldenem Elektro-Tor zu bewohnen. So etwas kauft man sich nämlich, wenn man nicht weiß, was man mit dem verdienten Geld tun soll. Im Blick nach vorne, dachte ich mir, dass bei den vielleicht verbleibenden 30 Jahren etwas wirklich Sinnvolles gemacht werden kann. Nicht nur für mich, sondern auch für andere. Deshalb würde ich mein Wissen auch gerne an jüngere Menschen weitergeben.

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